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Zwangsstörungen

Zwangsstörungen F.42

 

 

 

Symptomatik

 

Zwangsgedanken

„Zwangsgedanken sind zwanghaft sich immer wieder aufdrängende, jedoch als unsinnig erkannte Denkinhalte.“ (Deister, 2001, S. 127f)

 

Zwangsgedanken werden unterschieden in:

 

Zwangsideen/Zwangsbefürchtungen/Zwangsvorstellungen (Zum Beispiel Zweifel, eine Arbeit richtig gemacht zu haben. Ängste, dass dem Ehepartner etwas Schlimmes zustoßen könnte)

 

Zwangsimpulse (Impulse, bestimmte Handlungen auszuführen. Diese können schädigende Handlungen gegen sich oder andere beinhalten.)

 

Grübelzwang (Bestimmte Gedanken müssen wieder und wieder durchdacht werden. Es ist nicht möglich, dabei zu einer Entscheidung oder zu einer Lösung zu kommen.)

 

Bei Zwangsgedanken geht es also meist um angstvolle Gedanken und Überzeugungen, jemandem zu schaden, in eine peinliche Situation zu geraten oder ein Unheil anzurichten. Es können Gedankengänge nicht befriedigend abgeschlossen werden, sodass sie sich ständig wieder aufdrängen und wiederholt werden müssen, ohne zu einem realen Ergebnis zu gelangen.

 

In einer Untersuchung wurden die Themen der Zwangsgedanken von Betroffenen erfragt (Akhtar et al., 1975).

 

1.  Schmutz oder Verseuchung (Menschliche o.a. Exkremente, Schmutz, Staub, Samen,

      Menstruationsblut, Keime, Infektionen)

 

2.  Gewalt und Aggression (Körperlicher oder verbaler Angriff auf sich selbst oder andere

     Personen; Unfälle, Missgeschick, Krieg, Katastrophen, Tod)

 

3.  Ordnung (Ordentlichkeit, Symmetriebestrebungen in der Ausrichtung von

      Gegenständen usw.)

 

4.  Religion (Existenz Gottes, religiöse Praktiken und Rituale, Glaubenssätze, moralische

      Einstellungen)

 

5.  Sexualität (Sexuelle Handlungen an sich oder anderen, inzestuöse Impulse, sexuelle

      Leistungsfähigkeit)

 

Zwangshandlungen

„Zwanghaft gegen oder ohne den Willen ausgeführte Handlungen. Beim Versuch, die Handlungen zu unterlassen, treten massive innere Anspannung und Angst auf.“ Zwangshandlungen sind Stereotypien, die ständig wiederholt werden müssen. Die meisten Betroffenen wissen, dass ihr Verhalten übertrieben und unvernünftig ist, und versuchen anfangs, Widerstand zu leisten, geben jedoch auf, wenn sie die Angst überfällt und führen die Zwangshandlungen aus. Danach fühlen sie sich für gewöhnlich für eine kurze Zeitspanne weniger ängstlich. Abgesehen von dieser

 

Spannungsreduktion empfinden die Betroffenen keine Freude am Ausführen der Handlung selbst. Manche Menschen bauen die zwanghafte Handlung zu einem Zwangsritual aus: die Zwangshandlung wird in einer bis ins Einzelne ausgearbeiteten Art und Weise ausgeführt. Die Betroffenen müssen das Ritual jedes Mal in exakt derselben Weise nach bestimmten, sorgfältig zu beachtenden Regeln durchlaufen. Wenn es nicht gelingt, die Handlung abzuschließen, entsteht weitere Angst und das Ritual muss häufig von Anfang an wiederholt werden.

 

Beispiele:

 

Reinlichkeitszwang =  z. B. der Waschzwang

 

Kontrollzwang = ständige Überprüfung von bestimmten Dingen, wie Herdplatten, Türschlössern, Gashähnen, Aschenbechern, wichtigen Papieren

 

Ordnungszwang = es wird versucht, in der Umgebung immerzu Symmetrie, Ordnung oder ein Gleichgewicht herzustellen, indem Dinge wie Bücher oder Nahrungsmittel nach strengen Regeln perfekt geordnet sind.

 

Berührzwang = Zwang, Dinge anzufassen oder gerade nicht anzufassen

 

Zählzwang = alle Dinge, die im Alltag auftauchen, werden gezählt

 

verbale Zwänge = Ausdrücke, Sätze oder Melodien werden immer wieder wiederholt

 

 

Behandlungsziele

 

1.  Grundelemente: kooperatives Arbeitsbündnis, Vertrauen, Transparenz über

      Vorgehensweise, Informationsvermittlung, spezifische Psychoedukation,

      Unterstützung, Entlastung.

 

2.  Veränderung der Problemsicht des Klienten im Sinne der Verschiebung der

      Problemsicht weg vom Inhalt der Gedanken (Ich bin in Gefahr…; ich wasche mich

      zuviel) hin zu der Überzeugung, dass es sich um ein emotionales Problem handelt

      (Angst).

 

3.  Exposition und Reaktionsverhinderung; Konfrontation mit dem gefürchteten

     gedanklichen oder situativen Auslöser, während gleichzeitig die Ausführung der

     Zwangsrituale unterlassen werden soll (Zustand von Aufregung, Angst ist aushaltbar).

 

4.  Kognitive Umstrukturierung in Bezug auf die Überschätzung der Gefahr. Reduktion der

     Zwangssymptomatik auf ein sozial akzeptables Maß. Klient soll lernen, immer sicherer

     auftretende Kognitionen und Gefühle als Symptome der Zwangserkrankung zu

     identifizieren und als solche behandeln (Ich bin nicht gefährdet und gefährde keine

     anderen). Überprüfung des Realitätsgehaltes der Gedanken (ebenso

     unwahrscheinlichen positiven Gedanken dagegen setzen und überprüfen).

 

5.  Beeinflussung von intraindividuellen Faktoren (Insuffizienzgefühle, mangelnde

     Assertivität) sowie von interaktionalen Momenten.

 

6.  Lernen, Unsicherheit und Ungewissheit in neuen Situationen auszuhalten

 

7.  Behebung von Sekundärschäden (soziale Isolation, beruflicher Abstieg...).

 

 

Behandlungsmethoden

 

Neben der systematischen Befragung und der Anleitung zur Selbstbeobachtung, direkte in vivo Beobachtung in kritischen Situationen (erst nach Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung).

 

1.  Informationsvermittlung, spezifische Psychoedukation nach Hofmann und Hoffmann,

     Erarbeitung eines individuellen Bedingungsmodells

 

2.  Im sokratischen Dialog sollen kognitive Muster, die der scheinbaren Logik der Zwangs-

     störung zugrunde liegen, identifiziert und in Frage gestellt werden (Veränderung der

     Problemsicht.

 

3.  Kognitive Probe (auftretende Zwangsphänomene identifizieren und ihnen begegnen;

      s.o.)

 

4.  Konfrontation mit vermiedenen Problemen, um neue Umgangsmöglichkeiten mit diesen

      erproben zu können.

 

5.  Risikoübungen planen und durchführen (Selbstkontrollübungen)

 

6.  In-vivo-Exposition Reaktionen und Auslösereize erkennen, Rückfallprophylaxe